Was passiert mit meinen Daten
bei KI-Tools?
Daten bei KI-Tools folgen keinem einheitlichen Weg. Ein Prompt verschwindet nicht einfach „in der KI“. Je nach Dienst, Konto, Tarif und Einstellung können Eingaben, Dateien, Bilder, Gesprächsverläufe und Nutzungsdaten verarbeitet, gespeichert, überprüft oder zur Verbesserung von Modellen verwendet werden. Wer KI beruflich nutzt, sollte deshalb nicht nur das Tool kennen – sondern den Datenweg.
Bei Daten bei KI-Tools gilt als sichere Grundregel: Vertrauliche Daten nicht ungeprüft hochladen. Prüfe zuerst Produkt, Kontotyp, Datenschutzeinstellungen, Aufbewahrung und Unternehmensrichtlinien.
Daten bei KI-Tools.
Was mit einem Prompt passieren kann.
Du sendest mehr als Text
Zu einer KI-Anfrage können neben dem Prompt auch hochgeladene Dateien, Bilder, Audio, verbundene Apps, Gesprächskontext und technische Nutzungsdaten gehören. Entscheidend ist deshalb nicht nur, was du tippst.
- Prompts und Antworten
- Dateien und Bilder
- Audio oder Bildschirmdaten
- verbundene Dienste und Kontext
Das System braucht deine Daten für die Aufgabe
Damit ein Modell antworten, eine Datei analysieren oder eine externe Quelle verwenden kann, müssen die dafür notwendigen Inhalte verarbeitet werden. Datenschutz bedeutet deshalb nicht, dass keine Verarbeitung stattfindet, sondern unter welchen Bedingungen sie stattfindet.
- Anfrage verstehen
- Kontext einbeziehen
- Werkzeuge oder Quellen nutzen
- Antwort erzeugen
Chatverlauf ist nicht gleich Training
Eine Unterhaltung kann gespeichert werden, damit du später darauf zugreifen kannst, ohne dass daraus automatisch folgt, dass sie für Modelltraining genutzt wird. Verlauf, Personalisierung, Sicherheit und Training sind getrennte Fragen.
- Wie lange wird gespeichert?
- Kann ich löschen?
- Gibt es temporäre Chats?
- Welche Daten bleiben aus Sicherheitsgründen?
Training hängt vom Produkt ab
Bei Consumer-Produkten können Anbieter Inhalte abhängig von Einstellungen und Bedingungen zur Verbesserung ihrer Modelle verwenden. Bei vielen Business-, Enterprise- und API-Angeboten gelten andere Regeln.
- Consumer oder Business?
- Opt-in oder Opt-out?
- gelten Ausnahmen für Safety?
- was passiert bei Feedback?
„KI“ bedeutet nicht immer nur Maschine
Einige Anbieter setzen begrenzte menschliche Prüfungen für Qualität, Sicherheit oder Produktverbesserung ein. Welche Inhalte dafür infrage kommen und welche Einstellungen Einfluss darauf haben, unterscheidet sich zwischen Diensten.
- Qualitätsprüfung
- Safety und Missbrauchserkennung
- de-identifizierte oder getrennte Daten
- produktabhängige Kontrollen
Apps verändern die Grenze
Wenn ein KI-Assistent auf verbundene Apps, Aktionen, Websites oder andere Dienste zugreift, können Daten zusätzliche Systeme erreichen. Dann gelten nicht mehr ausschließlich die Regeln des ursprünglichen KI-Anbieters.
- verbundene Apps prüfen
- Berechtigungen begrenzen
- Drittanbieter-Richtlinien lesen
- nur notwendige Daten freigeben
Training & Datenschutz sind nicht überall gleich.
ChatGPT
Bei ChatGPT für Privatpersonen können Inhalte abhängig von deinen Datenkontrollen zur Modellverbesserung verwendet werden. Du kannst dies deaktivieren. Temporäre Chats werden nicht fürs Modelltraining verwendet. Für ChatGPT Business, Enterprise und die API nutzt OpenAI Kundendaten standardmäßig nicht zum Modelltraining.
→ Consumer-Einstellungen prüfenClaude
Anthropic gibt für Claude Free, Pro und Max an, Chats und Coding-Sitzungen zur Modellverbesserung zu verwenden, wenn du dies erlaubst, wenn Inhalte für eine Safety-Prüfung markiert werden oder du anderweitig ausdrücklich zustimmst. Für kommerzielle Produkte gelten separate Regeln.
→ Zustimmung & Produktart prüfenGemini
Wenn „Aktivitäten speichern“ aktiviert ist, können Chats und geteilte Inhalte zur Bereitstellung und Verbesserung von Google-Diensten einschließlich des Trainings generativer Modelle verwendet werden; ein Teil kann von Prüfern bewertet werden. Google bietet Kontrollen für Aktivitäten sowie temporäre Chats.
→ Aktivitäten & temporäre Chats prüfenMicrosoft Copilot
Bei der Consumer-Version kannst du steuern, ob deine Konversationsaktivität für das Training generativer Modelle verwendet wird. Microsoft 365 Copilot mit Organisationskonto und weitere geschützte Microsoft-365-Szenarien sind davon getrennt und werden laut Microsoft nicht für dieses Modelltraining verwendet.
→ Consumer und Enterprise trennenBusiness ist nicht einfach „mehr Features“
Bei beruflicher Nutzung können Datenverarbeitung, Admin-Kontrollen, Aufbewahrung und Training wichtiger sein als zusätzliche Modellfunktionen. Prüfe deshalb immer die Bedingungen des konkreten Business-Produkts – nicht nur die allgemeine Consumer-Datenschutzseite.
→ Produktvertrag entscheidetRegeln können sich ändern
Datenschutz- und Trainingsrichtlinien werden weiterentwickelt. Ein Blogartikel kann deshalb nur Orientierung geben. Vor sensibler Nutzung solltest du die aktuelle offizielle Datenschutz-, Datenverwendungs- und Produktdokumentation des Anbieters prüfen.
→ aktuelle Originalquelle prüfenDiese Daten gehören nicht ungeprüft in einen KI-Chat.
Personenbezogene Daten
Kundendaten, Mitarbeiterinformationen, Adressen, Kontaktdaten oder andere personenbezogene Informationen sollten nur verarbeitet werden, wenn Rechtsgrundlage, Zweck, Produkt und organisatorische Regeln geklärt sind.
Geschäftsgeheimnisse
Unveröffentlichte Strategien, interne Zahlen, Zugangsdaten, Quellcode, Verträge oder vertrauliche Kundendokumente gehören nicht automatisch in ein Consumer-KI-Produkt.
Besonders sensible Informationen
Gesundheitsdaten, Finanzinformationen, Identitätsdokumente und andere hochsensible Inhalte verdienen einen deutlich höheren Schutzmaßstab als gewöhnlicher Arbeitskontext.
Zugangsdaten & Secrets
Passwörter, API-Schlüssel, private Tokens und andere Zugangsdaten sollten grundsätzlich nicht als Prompt-Material behandelt werden. Nutze dafür vorgesehene Secret- und Credential-Systeme.
Bevor du sensible Daten hochlädst,
beantworte sechs Fragen.
1. Welches konkrete Produkt und welchen Kontotyp nutze ich? 2. Wird der Inhalt gespeichert? 3. Kann er zur Modellverbesserung verwendet werden?
4. Können Menschen oder Drittanbieter Zugriff erhalten? 5. Darf ich diese Daten überhaupt weitergeben? 6. Kann ich die Aufgabe mit weniger oder anonymisierten Daten lösen?
Wenn du eine dieser Fragen bei vertraulichen Informationen nicht beantworten kannst, ist nicht hochladen die vernünftigere Standardeinstellung.
